Herzlich willkommen!

Wir sind die Junge Kammerphilharmonie Thüringen. Nicht nur in Thüringen, nicht wirklich Kammer, aber halbwegs Junge. Uns verbindet die Liebe zur Musik. Mehrmals im Jahr treffen wir uns zu Projekten, in denen wir anspruchsvolle bekannte und unbekannte Werke der Orchesterliteratur erarbeiten.

Für unser nächstes Projekt #rhapsody_in_blech suchen wir aktuell noch nach einer Solist:in. Hier kannst du dich bewerben.

Unser nächstes Konzert findet am 5. Mai 2027 in Dresden statt. Weitere Informationen werden zeitnah veröffentlicht.


#360°frühlingsgefühle

folgt


#juri_is_back

An zwei Wochenenden im Mai und Juni 2025 war es endlich wieder soweit: #juri_is_back! In Jena kamen junge Musikerinnen und Musiker zusammen, um gemeinsam zu proben, zu musizieren und eine besondere Konzertzeit zu erleben. Am ersten Wochenende (23.-25. Mai) leitete Ellia Puttich die Proben. Nach einer Crashprobe zum Auftakt wurde intensiv in Registerproben gearbeitet – jede Stimmgruppe feilte für sich an den Stücken. Am zweiten Wochenende (28. Mai- 1. Juni) stieß dann endlich Juri dazu, dem unser besonderer Dank gilt. Mit ihm wurde das ganze Orchester zusammengeführt, abwechselnd auch in Streicher- und Bläsergruppen.

Geprobt wurde in der Musikschule Jena, das große Abschlusskonzert fand in der Stadtkirche statt. Auf dem Programm standen Anton Tanonov: Divertimento, Antonín Dvorák: 5. Sinfonie und das 1. Cellokonzert von Joseph Haydn – gespielt von unserer wunderbaren Solistin Henrike Körner.

Natürlich ging e s nicht nur ums Musizieren: Am ersten Abend jedes Wochenendes gab es Kennenlernspiele, und in den Mittagspausen zog es viele von uns in die Jenaer Innenstadt, um gemeinsam essen zu gehen. Auch ein Ausflug zu einem Aussichtsturm in der Umgebung stand auf dem Plan – Musik verbindet eben nicht nur auf der Bühne! Geschlafen wurde teils in der Turnhalle, teils bei privaten Gastgebern.

Diese zwei Wochenenden haben gezeigt, wie viel Freude gemeinsames Musizieren machen kann – und dass #juri is back mehr ist als nur ein Projektname: Es war ein Wiedersehen, ein Zusammenwachsen und ein richtiges Erlebnis.


#better_is_peace

#betterispeace – ein Fest für den Frieden. Vom 14.-18.April 2025 verbrachte die JKT in einer Kammerbesetzung mit unserem Dirigenten Elia Puttich, gemeinsam mit verschiedenen Jugendchören Thüringens sowie dem CALMUS-Vokalensemble eine intensive Zeit unter dem Motto Frieden-stiften im Gedenken an den 2.Weltkrieg vor 80 Jahren auf der Feuerkuppe in Sondershausen. 

Das Hauptwerk dieses Projekts The Armed Man: A Mass for Peace von Karl Jenkins beschreibt eine universelle Botschaft des Friedens. Kombiniert werden darin traditionelle Formen der christlichen Messe (Kyrie, Sanctus, Agnus Dei usw.) mit modernen musikalischen Elementen und multikulturellen Einflüssen. Die Messe wurde 1999 im Auftrag des Royal Armouries Museums komponiert – als musikalisches Gedenken an das Ende des Kosovo-Krieges und als Warnung vor den Schrecken zukünftiger Kriege. 

Neben der intensiven Probenarbeit widmeten wir uns auch inhaltlich diesem hochaktuellen Thema, u.a. bei einer offenen Diskussion mit dem Landesbischof und Friedensbeauftragten Friedrich Kramer und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Thüringens Bodo Ramelow. 

Bekrönt wurde dieses Projekt mit drei gut besuchten Konzerten in Quedlinburg, Nordhausen und Erfurt. Eine Woche später folgte das letzte Konzert in der Stadtkirche Torgau. Neben der Friedensmesse von Karl Jenkins spielte die JKT zu Beginn der Konzerte das Werk Variationen über einen palästinensischen Volkstanz von Israel Brandmann, das nicht nur durch seinen Namen die Aktualität und Notwendigkeit von Friedensbotschaften deutlich macht, sondern auch den zeitlichen Bogen zwischen dem, bei Jenkins behandelten Kosovo-Krieg, und dem seit Jahrhunderten anhaltenden Nahostkonflikt spannt. Besser bekannt als Hava Nagila, ein hebräisches Volkslied, ruft dieses Stück – allerdings ganz ohne Worte und damit im Kontrast zur stimmmächtigen Musik von Jenkins – in die Welt, was alle Menschen vereint: der Wunsch nach Frieden und Glück. Also: Lasst uns glücklich sein – Hava Nagila! 


#melancholie

Kein anstehendes Orchesterprojekt? Kein Problem für die jungen Musiker aus Thüringen und der Umgebung. Wir gründen einfach unser eigenes Orchester. Was ursprünglich nur ein kleines Kammermusikprojekt werden sollte, entwickelte sich schnell zu einer vollständigen Orchesterbesetzung, weshalb wir uns entschieden ein sinfonisches Programm aufzuführen. Und was für eins noch dazu. Die Mischung aus Purcell, Barber, Hummel und Bruch war nicht nur unglaublich vielfältig und wunderschön, sondern auch anspruchsvoll für ein viertägiges Projekt. Aber als in der Crashprobe die ersten Klänge von Max Bruchs „Schwedischen Tänzen“ ertönten, waren jegliche Zweifel beseitigt und es war sicher, dass am Ende ein unglaubliches Konzert zustande kommen würde. 

Die kommenden Tage waren gefüllt mit harter Probenarbeit, welche jedoch so effektiv und reibungslos ablief, dass sie wie im Flug verging. Dies war vor allem unserem unglaublichen Dirigenten Elia Puttich zu verdanken, der das Ganze mit solch einer Professionalität geleitet hat, dass man fast vergessen konnte, dass er selbst erst 19 Jahre alt ist. Nicht zu vergessen ist natürlich auch unser unfassbar talentierter Solist Simon Tatsumiya. Wie er Hummels „Variationen für Oboe“ so leicht und musikalisch wirken lassen konnte, verstehe ich immer noch nicht. Es war immer wieder eine Freude, ihm zuhören zu können. Und natürlich geht auch ein großer Dank an unsere Dozenten, die ihre wertvolle Zeit geopfert haben, um uns zu unterstützen. 

Natürlich haben wir aber auch nicht nur geprobt, sondern hatten auch unseren Spaß außerhalb der Musikschule Jena. Ob ein Kennlernabend im Park, ein Grillabend bei Finn oder ein Rave bei Nolan, langweilig war das Wochenende definitiv nicht. Man war von Leuten umgeben, die nicht nur gemeinsam unglaubliche Musik machen konnten, sondern sich auch auf einer sozialen Ebene miteinander verstanden haben. Manche kannte man vielleicht schon aus anderen Orchestern, wie dem LJO Thüringen, aus dem sich die JKT herausgebildet hatte, aber es gab auch unbekannte Gesichter und so wurden an diesem Wochenende zudem neue Freundschaften geknüpft. 

Meiner Meinung nach ist einer der beeindrucktesten Aspekte an diesem ganzen Projekt, dass es durch die Musiker selbst organisiert wurde und vollkommen gratis war. Untergekommen sind wir nämlich bei verschiedenen Familien in ganz Jena und auch die Musikschule wurde uns netterweise zur Verfügung gestellt, was nicht ganz selbstverständlich ist. 

Am 12. Mai 2024 war es dann so weit. Das ersehnte Konzert in der Stadtkirche Jena stand an. Die harte Arbeit würde sich nun endlich auszahlen. Den Einstieg bereiteten die Blechbläser und das Schlagwerk mit Purcells „Funeral Music für Queen Mary“ gefolgt von Barbers „Adagio for Strings“. Ich kann die Atmosphäre kaum beschreiben, aber als die einzigartigen Harmonien die Kirche füllten, hätte ich fast Gänsehaut bekommen. Anschließend folgte das Solokonzert für Oboe und die „Schwedischen Tänze“ bildeten den krönenden Abschluss. 

Es herrschte eine unglaubliche Stimmung und ich hoffe einfach, dass das Zuhören genauso viel Freude bereitet hat, wie das Musizieren. Es war wirklich eine unfassbar schöne Erfahrung mit super netten und talentierten Leuten und ich kann die kommenden JKT Projekte kaum erwarten.